„Es ist mir ein Plaisir“ – mit diesen Worten begann ein Abend in St. Petersburg im Jahr 1893. Fünf Herren mittleren Alter betreten den erstmals mit elektrischem Licht erleuchteten Salon von Herrn Belaiev. Eingeladen sind Freunde und einige wenige Bekannte. Man staunt nicht schlecht als Herr Viktor Ewald, bekannt als Cellist mit einer Tuba und vier weiteren Herrn mit ähnlichen anmutenden Instrumenten, wenn auch bedeutend kleiner, erscheint. Die fünf Herren nehmen Platz und stimmen ihre Instrumente. Eine noch nie gehörte Musik erklingt. Ein wunderbarer Abend sei es gewesen erzählt man sich noch lange … erstaunt über diese neuartigen Instrumente und deren ungewohnte Klänge!
Dieses Projekt stellt ein ganz neues Klangexperiment dar, so hatte man Blechbläser noch nie gehört.
Die besondere Literatur verlangt eine ganz andere Klangkultur, die Musiker verwenden teils ganz andere Instrumente, um diesen feinen kammermusikalischen Klang zu erzeugen. Die Trompeten spielen anstelle der sonst üblichen Instrumente auf viel schlankeren und im Klang weicheren Kornetten. Die Posaune wird durch ein Euphonium ersetzt. Die Tuba spielt konsequent mit einer schlanken F. Tuba, ja sogar das Horn verwendet leisere sanftere Spielweisen mit einem B-Horn. Solche Klänge in kleinen Räumen von Blechbläsern hört man sehr selten, ein sehr exklusiver Abend mit viel Feinsinn und subtilem Humor.
Programm
Edvard Grieg (1843-1907): aus der Holberg Suite: Präludium
Giacomo Rossini (1792-1864): Wilhelm Tell Ouverture
Viktor Ewald (1860-1935): Quintett Nr. 1
Claude Debussy (1862-1918): La Fille au Cheveux de Lin / Gollywogg´s Cakewalk / General Lavin – excentric
Eric Satie (1866-1925): Je te veux
Fritz Kreisler (1875-1926): Liebesleid
Joseph Horovitz (1926-2022): Music Hall Suite / Soubrette Song / Trick-Cyclists / Les Girls
Scott Joplin (1868-1917): Gladiolus Rag
J.P. Sousa (1854-1932): Washington Post March
Lew Pollack (1895-1946): Thats a Plenty
Die Werke wurden von SonusBrassEnsemble bearbeitet.
Foto: Privat