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„Quasi Cool“ Sebastian Manz & Friends

Die Ziele sind hoch gesteckt: Die genreübergreifende Musik des Projekts baut stilistische Brücken und zeigt durch ungewöhnliche Instrumentenkombinationen mit bis zu 11 MusikerInnen, dass Grenzen dazu da sind, überschritten zu werden.

Der Begriff „Crossover“ mag mittlerweile für viele negativ behaftet sein, trifft aber auf Quasi Cool genau zu. Hier wird bewusst mit vertrauten Klängen aus der „klassischen“ Musik gearbeitet – sie schwappen manchmal frech oder sogar unverschämt in andere Genres über, ohne dabei die „klassische“ Herkunft zu verleugnen. Dabei bemühen sich die „klassischen“ MusikerInnen mit aller Kraft bei ihren Interpretationen von AC/DC und Elvis, oder wenn sie Bach mit Coltrane vermischen, sich aus den Fesseln des musikalisch Gewohnten zu befreien. J. S. Bach, dem „Vater“ der heutigen „Westlichen Klassischen Musik“, gebührt ein besonderer Platz bei Quasi Cool.

Wer denkt sich sowas aus?

Sebastian Manz, „klassischer“ Klarinettist, bekannt für seine stilistischen Eskapaden, umgibt sich bei Quasi Cool mit langjährigen Weggefährten denen keine musikalische Abartigkeit fremd ist. Manz greift weit in seine musikalische Vergangenheit zurück: Tracks aus Walt Disneys „Jungle Book“ oder Einflüsse aus Spotify-Playlists sind nur Hinweise darauf, was dieser Künstler früher an Musik konsumierte. Alle Arrangements für Besetzungen ab Quartettgröße stammen von Sebastian Manz selbst. Obwohl die Duowerke für Klarinette und Klavier weitgehend Originale sind, greift der Arrangeur Manz auch hier dezent ein und verleiht ihnen einen persönlichen Touch.

Warum dieser Titel?

Wenn klassische MusikerInnen ein bisschen „swingen“, meinen sie oft, sie spielen schon Jazz. Kein Wunder, dass echte Jazzer solche Versuche mit Argwohn betrachten. Ein Titel wie „Klassik meets Jazz“ wurde nicht ansatzweise beschreiben, was in diesem Projekt abgeht!

Der Titel „Quasi Cool“ wurde einer Satzangabe einer „Pocket Size Sonata“ von Alec Templeton entliehen, die das Duo Sebastian Manz und Martin Klett des Öfteren im Konzert spielt. Auch ihr 2014 erschienenes Album „In Rhythm“ mit nord- und südamerikanischen Werken für Klarinette und Klavier trägt eine Spielanweisung einer anderen „Pocket Size Sonata“ dieses Komponisten als Titel. Die Auftritte und Einspielung des Duos inspirierten Sebastian Manz dazu, das Potenzial größerer Besetzungen mit seinen kreativen Arrangements auszuloten und können deshalb als Initialzündung für das gesamte „Quasi Cool“-Projekt betrachtet werden.

Was ist das Ergebnis?

Gepaart mit unendlichem Enthusiasmus, Humor und auch Selbstironie, ohne dabei die eigenen musikalischen Wurzeln zu verleugnen, ergibt sich dann doch ein ziemlich cooles Projekt. Oder zumindest: Nahezu cool. Klassische MusikerInnen und… Jazz? … Rock? … Pop?

Naja, vielleicht. Womöglich sogar cool….

Foto: © Kaupo Kikkas

Beteiligte Städte

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