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„Folk und Epengesang vom Tian Shan und Pamir-Gebirge“ Kerbez (Kirgisistan)

„Kerbez“ ist ein kirgisisches Folk-Ensemble, das 2024 von einer neuen Generation von Musiker*innen gegründet wurde. Ziel des Ensembles ist es, die Vielfalt der traditionellen kirgisischen Musik auf aktuelle und künstlerisch anspruchsvolle Weise zu präsentieren. Kerbez verbindet den authentischen Klang traditioneller Instrumente mit Eigenkompositionen und innovativen Arrangements traditioneller Stücke. So findet Kerbez eine einzigartige musikalische Sprache, die Identität, kulturelles Erbe und zeitgenössische Klangkunst verbindet. 
Das Repertoire von Kerbez umfasst sowohl alte, mündlich überlieferte Volksmelodien als auch Eigenkompositionen der Mitglieder. Gemeinsam bieten diese Stücke eine frische und ausdrucksstarke Interpretation der kirgisischen Musikkultur. Das Ensemble tritt regelmäßig auf internationalen Festivals und bei staatlichen Veranstaltungen auf. Kerbez sind Preisträger des internationalen Folk-Wettbewerbs Rukh Sanat 2025.

Zum Repertoire des Ensembles gehören aus Ausschnitte aus dem National-Epos Manas, das sie für das Ensemble in Respekt der Tradition neu vertont haben und interpretieren.
Das Manas-Epos umfasst knapp 500.000 Verse und ist damit zwanzigmal so lang wie Homers Odyssee und Ilias zusammen. Es ist das wichtigste Werk der klassischen kirgisischen Literatur sowie eines der bedeutendsten Werke der Turkvölker überhaupt. Der Ursprung ist umstritten, jedoch werden sie um das 9. Jahrhundert vermutet. Seitdem wurde es über viele Generationen nur mündlich von Volkssängern, den Akynen und Manastschis in melodischen Rezitationen überliefert und erst Ende des 19. Jahrhunderts erstmals von Manastschi Sagymbai Orozbakow (1867–1930) verschriftlicht. Es wurde 2013 auf die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Daniel Maamytov ist ein virtuoser Komuz-Spieler mit unverwechselbarem Timbre, der traditionelle kirgisische Volkslieder interpretiert. Er unterrichtet Komuz-Spiel am Kirgisischen Nationalkonservatorium K. Moldobasanov. Daniel ist Preisträger zahlreicher Wettbewerbe, bekannt für seine ausdrucksstarke Bühnenpräsenz und seine meisterhafte Beherrschung traditioneller Stile. 
Dastan Birimkulov ist Komponist, Multiinstrumentalist und anerkannter Instrumentenbauer, spezialisiert auf kirgisische Blasinstrumente und Maultrommeln. Er gewann internationale und nationale Wettbewerbe und spielt mit der Kirgisischen Nationalphilharmonie. 

Dastan Birimkulov verbindet profunde Kenntnisse traditioneller Musik mit einem einzigartigen, schöpferischen Ansatz in Komposition und Instrumentenbau. 

Azat Bazarbekov ist Multiinstrumentalist und Komponist, bekannt für seine Virtuosität auf kirgisischen Blasinstrumenten und Maultrommeln. Er gewann internationale und nationale Wettbewerbe und spielt mit dem städtischen Folk-Ensemble Bischkek. Azat zeichnet sich durch seine technische Meisterschaft, sein tiefes Verständnis der Folk-Musik und seine zeitgenössische künstlerische Vision aus. 

Daniyar Abylabek uulu ist ein traditioneller Epen-Sänger – ein Manastschi, der bekannt ist für seinen einzigartigen und farbenreichen Gesang. Er ist außerdem ein virtuoser Komuz-Spieler und Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe. Daniyars Darbietungen verbinden tief verwurzelte mündliche Traditionen mit ausdrucksstarker Bühnenpräsenz. 

Kasiyet Niyazbekova ist die führende Cellistin im kirgisischen Sinfonieorchester, berühmt für ihre Virtuosität und ihren reichen Instrumentalklang. Sie spielt im A. Jumakhmatov-Sinfonieorchester der Kirgisischen Nationalphilharmonie. Ihr Spiel zeichnet sich durch Präzision, Klangtiefe und starken musikalischen Ausdruck aus.

Dinara Talantbekova ist eine virtuose Spielerin der Kyl-Kyjak und der Prima-Kyjak sowie Preisträgerin internationaler und nationaler Wettbewerbe. Sie tritt mit dem Folk-Ensemble „Kambarkan“ der Kirgisischen Nationalphilharmonie auf. Dinara ist bekannt für ihre ausgefeilte Musikalität und ihr tiefes Verständnis traditioneller Aufführungsstile.

Jedes Mitglied beherrscht mehrere Instrumente, wodurch das Ensemble reichhaltige Klangfarben und dynamische, vielschichtige Interpretationen schafft. Die Musiker*innen von Kerbez bewahren und entwickeln die Traditionen, um sie im Geist der weltoffenen kirgisischen Kultur durch eine moderne, raffinierte und hochprofessionelle musikalische Sprache zu präsentieren.


Besetzung 

Daniel Maamytov – Komuz, Oz-Komuz, Chorgesang 
Dastan Birimkulov – Dobulbas, Oz-Komuz, Chorgesang
Azat Bazarbekov – Sybyzgy, Chor, Chopo Choor, Oz-Komuz, Chorgesang  
Kasiyet Niyazbekova – Cello   
Dinara Talantbekova – Kyl-Kyjak, Chorgesang 
Daniyar Abylabek uulu – Solo Gesang (Manastschi traditioneller Epen-Sänger), Komuz  


Die Instrumente

  • Kyl-Kyyak – Eines der ältesten kirgisischen Musikinstrumente, das eng verbunden ist mit der nomadischen Kultur. Traditionell galten sie als heilige Instrumente, die vor allem im Besitz von Schamanen und Heilern waren, die mit ihrer Musik böse Geister, Krankheit und Tod vertreiben konnten. Das Saiteninstrument wird aus einem einzigen Stück lokalem Aprikosenholz gefertigt. Es hat zwei Saiten: eine für die Melodie und eine für den Resonanzklang, die mit einem Bogen gestrichen werden. Der Resonanzboden ist aus Kamelhaut und Saiten und Bogen aus Rosshaar. Seine Form ähnelt einem Pferdekopf und ist mit der Legende des Helden Korkut und seines Pferdes verbunden.
  • Komuz – Dies ist das beliebteste und am meisten geschätzte Instrument Kirgisistans. Jede Region Kirgisistans hatte seine eigene Schule und eigenen Spielstil. Die Komuz wird auch häufig zur Begleitung von Sängern und improvisierenden Dichtern (Akyns) eingesetzt. Viele Virtuosen spielen komplexe Stücke mit fortgeschrittenen Kol-Oynotmo-Techniken.
  • Ooz-Komuz – Die Kirgisen verwenden hauptsächlich zwei Arten von Maultrommeln: die eiserne Temir-Ooz-Komuz und die hölzerne Jyghach-Ooz-Komuz. Das charakteristische Merkmal der kirgisischen Spieltechnik ist die Verwendung von obertonbasierten Melodiestrukturen. Moderne Komponisten schreiben weiterhin Ensemblewerke für reine Maultrommel-Ensembles.
  • Chor – Ein uraltes Blasinstrument, das traditionell von Hirten gespielt wurde. Legenden erzählen, dass die sie mit dem Klang des Chors das Vieh führen konnten. Heute ist das Instrument weit verbreitet, sowohl als Solo- als auch als Ensembleinstrument.
  • Sybyzgy – Ein weit verbreitetes Blasinstrument, das im Jahr 2025 vom Ensemblemitglied Dastan Birimkulov in der Bauweise modifiziert wurde, sodass zwei neue Sybyzgy-Typen mit größerem Tonumfang und erweiterten technischen Spielmöglichkeiten entstanden.
  • Tschopo-Tschoor – Ein Blasinstrument aus Ton mit einem kristallklaren, resonanten und tiefen Klang. Sein einzigartiges Timbre macht es zu einer ausdrucksstarken Stimme in der Ensemblemusik.
  • Dobulbas – Eine Trommel mit einer Membran aus Kamel- oder Rinderhaut, die als rhythmische Grundlage im Ensemblespiel verwendet wird.

Foto: Oxus Artists

Beteiligte Städte

  • Hamm

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