Bünde. Seit Jahresbeginn ist die Stadt Bünde Mitglied im Kultursekretariat NRW Gütersloh. Welche Chancen sich daraus für die heimische Kulturszene ergeben, war am 11. Februar Thema einer gut besuchten Informationsveranstaltung im Rathaus.
Rund 40 Vertreterinnen und Vertreter von Bünder Initiativen, Vereinen, Schulen sowie freie Kulturschaffende nahmen teil. Der stellvertretende Bürgermeister Markus Kaiser moderierte den Abend und zeigte sich erfreut über die hohe Beteiligung: „Ein so voller Ratssaal mit unterschiedlichen Kulturschaffenden ist einfach sensationell.“
Antje Welz, Geschäftsführerin des Kultursekretariats, stellte Aufgaben und Struktur der landesweiten Initiative vor. Mit fast 85 Mitgliedsstädten stehe vor allem der Netzwerkgedanke im Mittelpunkt. Mitgliedskommunen profitierten vom Austausch untereinander und erhielten Zugang zu exklusiven Fördermitteln aus dem Kulturetat des Landes NRW. Zudem wirkten sie in Arbeitskreisen an der Auswahl künftiger Förderprojekte mit und hätten Zugang zu Bildungsprogrammen wie beispielsweise das Projekt „Kulturstrolche“ für Kinder.
Martina Zink, beim Kultursekretariat spezialisiert auf Antragstellungen, erläuterte die konkreten Fördermöglichkeiten. Für buchbare Projekte sind auf der Internetseite des Kultursekretariats alle Konditionen transparent hinterlegt – von Honorar über Technik bis zu organisatorischen Rahmenbedingungen. Der Vorteil: Der administrative Aufwand wird dadurch deutlich reduziert, man muss nicht mehr verhandeln, alles ist im Vorfeld geregelt. „Sie treffen nur noch Terminabsprachen mit dem Künstler oder der Künstlerin und stellen dann über unsere Website den Antrag – einfacher als eine Onlinebestellung.“ Zuletzt wurden 40 Prozent der Honorare gefördert, eine Erhöhung auf 50 Prozent in diesem Jahr ist vorgesehen. Förderfähig seien allerdings ausschließlich die Honorare, nicht eingeschlossen seien beispielsweise Posten wie Catering, Fahrtkosten, Übernachtung oder die GEMA.
In der Fragerunde ging es unter anderem um mögliche Gewinne durch Eintrittsgelder, Eigenanteile von Vereinen oder die Antragsberechtigung von Einzelkünstler*innen. Christiane Venne-Pollmeier, Verwaltungsleiterin des Kultursekretariats, erläuterte, dass Einnahmen im späteren Verwendungsnachweis berücksichtigt werden und eine Förderung bei hohen Überschüssen entfällt. „Die erfreuliche Resonanz hat uns gezeigt, dass das Interesse der heimischen Kulturschaffenden an Fördermöglichkeiten groß ist, und wir hoffen, dass sie von den vielfältigen Möglichkeiten Gebrauch machen“, zieht Kulturamtsleiter Ralf Grund ein positives Fazit. Die Auftaktveranstaltung habe einen konstruktiven Rahmen für eine erste Orientierung geboten.
Johanna Schuler (Kulturamt), Christiane Venne-Pollmeier (Verwaltungsleiterin Kultursekretariat NRW Gütersloh), Martina Zink (Kultursekretariat NRW Gütersloh), Markus Kaiser (stellvertretender Bürgermeister), Ralf Grund (Kulturamtsleiter) sowie Antje Welz (Geschäftsführerin Kultursekretariat NRW Gütersloh; v. l.).
Foto: Stadtmarketing und Kultur — Kulturamt Bünde