FSJ Erfahrungsbericht | Carla Waldikowski
Abi in der Tasche – und was kommt dann?
Diese Frage stellte ich mir noch bis kurz vor meinem Abitur. Zu dem Zeitpunkt konnte ich mir nicht vorstellen, eine mehrjährige Ausbildung oder ein Studium zu beginnen, ohne vorher etwas mehr von der Praxis der Arbeitswelt gesehen zu haben. So kam also die Idee, in Form von einem Freiwilligen Sozialen Jahr erste Praxiserfahrungen zu sammeln, um meine spätere Berufsentscheidung zu erleichtern.
Bei einer Recherche im Internet, bin ich dann bereits auf das FSJ Kultur gestoßen und, da ich mich für die vielen verschiedenen Arbeitsbereiche des Kultursekretariats interessiere, habe ich mich dort im Frühjahr 2025 beworben. Einige Monate später, am 1. September 2025, startete ich mit meinen ersten Arbeitstagen im Kultursekretariat.
Unterwegs in NRW
Meine Kolleginnen nahmen mich schon von Anfang an mit zu verschiedensten Veranstaltungen — und so war ich bereits nach wenigen Tagen zu Besuch auf einer Performance Messe in Paderborn, habe Praxistreffen der Kulturstrolche in Soest und Düsseldorf begleitet und war bei Konferenzen des Kultursekretariats dabei. Auch im weiteren Verlauf des FSJs hatte ich immer wieder Möglichkeiten, Workshops (zum Beispiel zum Thema Foto und Film) oder verschiedene Kulturkonferenzen und -Fachtage zu besuchen, wodurch ich schnell ein Gefühl für die Kulturszene in NRW bekam.
Parallel arbeitete ich mich in die täglichen Aufgaben ein und entwickelte eigene Routinen. Dabei unterstützte ich meine Kolleginnen in der Öffentlichkeitsarbeit, gestaltete verschiedene Posts mit oder unterstützte bei der Veröffentlichung von Infos zu den bevorstehenden Projekten auf Website des Kultursekretariat NRW Gütersloh.
Auch war ich stets in die verschiedensten Planungsprozesse der Kulturellen Bildung eingebunden und hatte so die Möglichkeit, mir bei Hospitationen einige geförderte Projekte aus den Programmen Kulturstrolche oder (D)ein Ding vor Ort anzuschauen.
Genauso übernahm ich regelmäßig Aufgaben der Verwaltung, beispielsweise unterstützte ich bei der Bearbeitung von Zuwendungen oder der Vorbereitung verschiedenster Gremiensitzungen.
Von Seminaren und Bildungstagen
Neben meinem Arbeitsalltag ging es für mich außerdem viermal auf Seminarfahrten, in denen ich jeweils eine Woche mit anderen FSJler*innen verbringen konnte. Auf den Fahrten hatten wir die Möglichkeit, in Workshops intensiv verschiedenste künstlerische Ausdrucksformen auszuprobieren. Egal ob Band und Songwriting, Impro Theater, Stencil, Meditation oder Filme drehen — für jede*n war etwas dabei. Dabei sind wir über die vier Seminare hinweg fest als Gruppe zusammengewachsen, wodurch die Seminare immer eine gute und abwechslungsreiche Zeit waren, auf die sich alle gefreut haben.
Außerdem ist im FSJ die Teilnahme an verschiedensten Bildungstagen vorgesehen, die man bewusst für seine eigene Berufswahl oder auch seine persönliche Weiterentwicklung nutzen kann. Dies hat mir u.a. ermöglicht, einen Hochschultag zu besuchen oder gemeinsam mit anderen Freiwilligen zum Bogenschießen zu gehen. Auch konnte ich einen der Bildungstage nutzen, um eine weitere Einsatzstelle kennenzulernen.
Ein Jahr geht zu Ende
Durch die vielseitigen Einblicke, die ich in meinem Jahr im Kultursekretariat bekommen habe, konnte ich das FSJ mit vielen wertvollen Erfahrungen und Erkenntnissen beenden. Daher wusste ich nach meinem Jahr, dass mich vor allem die Zusammenarbeit mit Jugendlichen in der Kulturellen Bildung sehr interessiert, weshalb ich nach dem Ende von meinem FSJ anfangen werde, Soziale Arbeit zu studieren.
(D)ein Ding Projektbesuch in Monheim am Rhein
Band und Songwriting auf der Seminarfahrt in Bad Fredeburg
„KulTour Einblicke“ – Kurzvideos ermöglichen ein Einblick in unsere Projekte
„KulTour Einblicke“ – Kurzvideos ermöglichen ein Einblick in unsere Projekte
In meiner Zeit im Kultursekretariat war ich an der Mitarbeit für die Social-Media-Kanäle beteiligt, weshalb ich mich dazu entschieden habe, auch mein FSJ-Projekt im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit durchzuführen. So habe ich für die Social-Media-Kanäle des Kultursekretariat NRW Gütersloh das kleine Kurzvideo-Format „KulTour Einblicke“ entwickelt, das Einblicke in die geförderten Projekte ermöglicht.
Im Rahmen meines Projektes hatte ich die Möglichkeit, ein Monheimer Graffiti-Projekt aus dem Förderprogramm des Kultursekretariat NRW Gütersloh (D)ein Ding zu besuchen und dort erstes Bildmaterial zu sammeln. Anschließend nahm ich an einem Workshop zu dem Thema „Video-Storytelling für Social Media“ teil, und bekam erste Einblicke in die professionelle Erstellung von Kurzvideos. Nach dem Workshop entwickelte ich ein kleines Skript, wie eine solche Social-Media-Reihe aussehen könnte und erstellte aus dem zuvor gesammelten Bildmaterial ein erstes, exemplarisches Kurzvideo für die Reihe.