Fotokopien, Fotogramme, Elektrografien und Scans? Sind das noch fotografische Bilder? Und gar künstlerische Bilder? Achim Mohné gehört seit über 25 Jahren zu den festen Größen der deutschen Medienkunst. Seine künstlerische Arbeit und seine innovativen Digitalwerke beschäftigen sich mit der Rolle von Digitalbildern und Datenvisualisierungen. Von Beginn an den elektronischen und digitalen Medien zugewandt, nutzt er die Technologien, um sie zu sezieren, ihre Funktionsformen und Strukturen offenzulegen und im Idealfall das Mediale wieder auf dessen materielle Bedingtheit zurückzuführen.
Diese Einzelausstellung stellt erstmals die kameralose Bildproduktion des ausgebildeten Fotografen und Medienkünstlers in den Fokus. Sie schlägt einen Bogen von frühen Arbeiten der 1990er Jahre, darunter Fotokopien und Fotogramme, zu ästhetischen Bildkompositionen aus Performances mit Scannern. Viele der Werke, darunter Vintage-Fotokopien, sind erstmals ausgestellt. Sie befragen, wie elektronische und digitale Informationen in flächige Bildimaginationen umgewandelt werden. Der Begriff stammt von dem Medienphilosophen Vilém Flusser (1920–1991), intellektueller Pate einiger Werkserien des Künstlers.
Einen zweiten Schwerpunkt setzt die Neuinterpretation des Märchens „Rotkäppchen und der böse Wolf“ der Gebrüder Grimm, die durch KI generiert und mit Filmbildern collagiert wurde. Es entstanden neben dem Film auch 3D-Drucke, Wandarbeiten, sowie eine AR-Version (Augmented Reality). Zudem öffnet sich die Ausstellung in den öffentlichen virtuellen Raum. Mohnés Filmversion „Der Wolf vom Königsforst und das Mädchen“ wird über QR-Codes zugänglich sein, die vor allem im umliegenden Rathauspark zur Galerie verstreut sein werden.
Achim Mohné studierte Kommunikationsdesign und Fotografie an der Folkwang Universität der Künste, es folgte ein postgraduales Studium der Audiovisuellen Medien an der KHM Köln, bei Jürgen Klauke und Valie Export. Er ist Gründungsmitglied verschiedener Künstlergruppen, darunter autopsi oder darktaxa-project. Er lehrte an verschiedenen Kunstakademien und Hochschulen, so an der ETH Zürich, der Hochschule Luzern und an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Seit 2021 unterrichtet Achim Mohné Fotografie am Fachbereich Design der FH Dortmund, wo er 2023 zum Professor für Dokumentarische Fotografie & Transmediales Publizieren berufen wurde. Er lebt und arbeitet in Köln.
Foto: Achim Mohné