Das Skulpturenmuseum Marl lädt ein, mit der Künstlerin Denise Ritter gemeinsam durch Marl zu gehen — und dabei anders hinzuschauen als sonst.
Wir verweilen an alltäglichen Orten: einer Verkehrsinsel, einem Parkplatz, einer Straßenecke. Was löst ein Ort in uns aus? Was fällt plötzlich auf, wenn wir innehalten — Löwenzahn in einer Betonritze, das Geräusch einer sich schließenden Bustür, die Kälte im Schatten eines Hochhauses? Welche Atmosphäre hat ein Stadtraum, und was macht sie mit uns?
Wir schweigen, hören zu und halten in gemeinsamen Sprachaufnahmen fest, was uns auffällt, was uns berührt, woran wir erinnert werden oder was wir sonst übersehen würden.
Auf Grundlage dieser Aufnahmen entwickelt die Künstlerin im Anschluss ein Hörstück und eine kartographische Cyanotypie-Arbeit für das Skulpturenmuseum Marl.
Für die Teilnahme sind keine Vorkenntnisse nötig — nur die Bereitschaft, den eigenen Wahrnehmungen Stille und Stimme zu geben.
Über die Künstlerin
Das Projekt wird geleitet von Denise Ritter — Künstlerin, Komponistin und Geographin. Der vernetzte Blick auf Landschaftsräume und ihre Atmosphären ist ein Grundprinzip ihrer künstlerischen Arbeit: In Klanginstallationen, elektroakustischer Musik und kartographischen Cyanotypien untersucht sie, wie Menschen Orte wahrnehmen und sich zu ihnen in Beziehung setzen. Für ihre Werke wurde sie u. a. mit dem Deutschen Klangkunst-Preis ausgezeichnet.
Grafik: Denise Ritter