Von Anfang Juni bis Ende Juli wird der Platz vor dem Historischen Rathaus in Bocholt Schauplatz einer außergewöhnlichen Kunstaktion: Eine sogenannte „Poesiemaschine“, ein interaktives Gebilde, wird an einer Straßenlaterne in der Bocholter Innenstadt installiert. Die Konstruktion verfügt über viele Knöpfe, die bei Betätigung unterschiedliche Texte aus der Region wiedergeben. Das Projekt präsentiert Gedichte und freie Lyrik, die von Menschen aus der Region für die Bürgerschaft verfasst wurden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem grenzüberschreitenden Charakter des Vorhabens: Eine Hälfte der eingespielten Texte stammt von Personen aus Bocholt und Umgebung. Die Beiträge setzen sich mit den Themen Heimat, Grenznähe oder Europa auseinander. Die andere Hälfte wird von Lyriker*innen aus der benachbarten Gemeinde Aalten beigesteuert und in niederländischer Sprache zu hören ein. Nach dem zweimonatigen Aufenthalt in Bocholt wird die Textmaschine ab Anfang August in Aalten aufgehängt, um dort die gemeinsame literarische Vielfalt zu präsentieren.
Die Poesiemaschine blickt bereits auf eine erfolgreiche internationale Geschichte zurück. Die Installation war seit 2006 unter anderem in Städten wie Weimar, Hamburg, Zürich und Helsinki zu sehen. Geschaffen wurde das Werk von der freischaffenden Künstlerin Karo Kollwitz. Die Absolventin der Bauhaus-Universität Weimar und der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig stellt ihre raumgreifenden Installationen und Objekte weltweit aus.
Foto: Karo Kollwitz