Kultursekretariat NRW Gütersloh

„Lenya Story – ein Liebeslied“ Theater in der Josefstadt

Es schlägt die Stunde Sona MacDonalds, der größten Sänger-Schauspielerin Wiens. Sie bewegt sich als Lotte Lenya in den Kammerspielen wie auf dem schwankenden Boden eines auseinanderbrechenden Kahns. Sie schleudert den Elementen ihren wohllautenden Gesang entgegen. Der Witz liegt im Understatement. So sicher tremolierend wie die MacDonald hat die Lenya ihr ganzes Leben lang nicht gesungen. Im Schnelldurchlauf wird die Liebesgeschichte absolviert: Arango ist ein perfekter Brecht-Schauspieler, der Weills Unbedenklichkeit in Sachen Ehehygiene als bürgerlichen Witz erzählt. Als Brecht hängt er den Sehnsuchtsmond an die Drahtleine. Und erst in MacDonalds Liedinterpretation (perfekte Band: Christian Frank) wird das Lenya-Drama greifbar: Ihr Leben bestand (auch) aus heruntergeschluckten Enttäuschungen. Das Publikum riss es zu Recht von den Sitzen. Romantisch geglotzt hat übrigens niemand. (Der Standard)

Foto: Moritz Schell

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