Kultursekretariat NRW Gütersloh

Antifona

Die Idee zu diesem Programm entstand in Zusammenhang mit dem Flamencofestival im Palais des Beaux Arts (bozar) in Brüssel im Jahr 2018. Dabei ging es um ein Konzert zum 8. März, dem internationalen Tag der Frau. Gedacht war also an eine interkulturelle Hommage an die Weiblichkeit. Mit den Sängerinnen María Marín (flamenco) und Madhu Singh (klassisch und populär indisch) gibt es zwei herausragende Stimmen, die jede für sich eine Kultur verkörpern, in der – wenn auch vordergründig männlich dominiert – Frauen zu den wichtigsten und am meisten respektierten Interpret*innen gehören.

Als Ausgangspunkt für den formalen Rahmen wurden die marianischen Antiphonen gewählt. Sie sind einerseits Zeugen einer modalen Musikkultur (so wie es die indische und der Flamenco auch sind) und spiegeln gleichzeitig wider, wie die Sicht auf das Weibliche von der Kirche gepflegt, aber auch vereinnahmt worden ist. Für das Projekt wurden diese Stücke aus ihrem Kontext gelöst und mit der Idee der „Antiphona", der Gegenstimme, in ein Konzert integriert, in dem zwei Stimmen teils nebeneinander, teils gemeinsam das Weibliche besingen.

Der Tanz von Irene Álvarez bildet die Brücke zwischen diesen Elementen. Basierend  auf der Flamenco-Tradition, bringt er auf besondere Weise die unterschiedlichen Gesänge zueinander, denn es werden neben den Flamenco-Stücken auch indische Stücke interpretiert, wobei rhythmische Elemente der indischen Musik wiederum den Flamencotanz beeinflussen und bereichern.

Musikalisch besteht das Programm aus Arrangements traditioneller Stücke sowie Eigenkompositionen. Alle Musiker*innen kennen sich aus vorangegangenen Produktionen und treten in verschiedenen Kombinationen regelmäßig miteinander auf. Den zentralen Punkt dieser langjährigen Zusammenarbeit bildet die Hochschule für Musik und Tanz Rotterdam (Codarts). Alle Bandmitglieder haben, sei es als Student*in, Dozent:in oder beides, eine starke Verbindung mit der dortigen Abteilung für Weltmusik.

„Antifona" ist das erste Projekt, in dem die Künstler*innen indische Musik und Flamenco zusammenbringen.

Foto: Pablo Rodriguez

Beteiligte Städte