Kultursekretariat NRW Gütersloh

Kuss Quartett und Bas Böttcher

Das Kuss Quartett und Bas Boettcher gestalten einzigartige Programme, in denen Musik (von Klassik bis Moderne) und Text mit teils fließenden Übergängen eng verwoben werden. Bas Boettcher ist ein Vertreter der lyrischen Fraktion des Poetry Slam. Er ist kein Comedian, aber seine intelligenten „Kompositionen“ sprechen ein junges Publikum an und seine Gedichte bringen auch das Kammermusik-Publikum zum Lachen und Nachdenken. Das 2002 gegründete Kuss Quartett ist in allen wichtigen Konzertsälen zu Hause, geht aber auch ungewöhnliche Wege, um ein junges Publikum für die klassische Musik zu begeistern.

Bas Böttcher
Bas Böttcher zählt zu den Mitbegründern der deutschsprachigen Spoken-Word-Szene. Seine Texte gelten als Klassiker der zeitgenössischen Bühnenlyrik. Sie erscheinen in Schulbüchern und wichtigen Sammlungen deutscher Dichtung (Der Neue Conrady, Lyrikstimmen u.a.). Er veröffentlichte zusammen mit Wolf Hogekamp 2005 die erste Poetry Clip DVD. Auftritte bestritt Bas Böttcher u.a. im großen Saal der Elbphilharmonie, an der Bibliothèque National de France (Paris), an der University of Berkeley, in der Neuen Nationalgalerie (Berlin), im Schloss Bellevue (Berlin), im Kulturpalast (Warschau) sowie auf den Buchmessen von Leipzig, Frankfurt, Peking, Guadalajara, Moskau, São Paulo und Bangkok. Bas Böttcher ist Erfinder verschiedener Medienformate für Lyrik. Er entwickelte den elektronischen Hypertext „Looppool“ als neue Ausdrucksform im Internet (Sonderpreis 1998 von Die ZEIT, ARDOnline und IBM), den „Poetry Clip“ als audiovisuelles Format und die Textbox für live Performances. Die Textbox wurde im Rahmen des Woerdz-Festivals (Luzern), im Centre Pompidou (Paris) und auf vielen Buchmessen von Taipeh über Neu Dheli bis Abu Dhabi weltweit ausgestellt. Bas Böttcher lehrte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, am Deutschen Literaturarchiv Marbach, sowie an zahlreichen weiteren deutschen Bildungseinrichtungen.

Kuss Quartett
Das Kuss Quartett gehört mit seinem unverwechselbaren künstlerischen Ansatz zu den international anerkannten Spitzenformationen. Konzerte führten Jana Kuss (Violine), Oliver Wille (Violine), William Coleman (Viola) und Mikayel Hakhnazaryan (Violoncello) u. a. in der Carnegie Hall, dem Concertgebouw Amsterdam, der Wigmore Hall und der Berliner Philharmonie, auf Festivals wie dem Beethovenfest Bonn, der Schubertiade Schwarzenberg oder den Festspielen in Edinburgh und Salzburg sowie auf Tourneen in den USA, Südamerika und Japan. Das umfangreiche Repertoire des Kuss Quartetts reicht von Kompositionen der Renaissance bis hin zu zeitgenössischen Stücken, unter anderem von Helmut Lachenmann und György Kurtág. Unlängst gab das Kuss Quartett neue Werke bei den deutschen Komponisten Enno Poppe, Aribert Reimann und Manfred Trojahn in Auftrag. Die Experimentierfreude des Quartetts äußerst sich nicht nur im Engagement für alte und neue Musik, auch die Interpretationen des heutigen Standardrepertoires werden immer vor dem Hintergrund betrachtet, dass viele dieser Werke einen bahnbrechenden Einfluss auf die Musikgeschichte hatten. In den kommenden Spielzeiten werden die Vier den kompletten Streichquartettzyklus von Beethoven aufführen, unter anderem in Berlin und der Suntory Hall in Tokyo. Die letzte CD mit Streichquartetten von Johannes Brahms und von Arnold Schönberg veröffentlichten sie in Zusammenarbeit mit Sopranistin Mojca Erdmann auf Onyx Classics. Die Kooperation mit anderen Künstler war immer eine wichtige Inspirationsquelle des Quartetts, zuletzt arbeiteten sie mit Avi Avital, Marc-André Hamelin, Misha Maisky und Miklós Perényi. Im Jahre 2002 erhielt das Kuss Quartett jeweils den ersten Preis des Wettbewerbs des Deutschen Musikrats und des Paolo Borciani Streichquartett Wettbewerbs und wurde 2003 sowohl mit dem Borletti-Buitoni Preis ausgezeichnet, als auch für das Programm „Rising Stars“ der European Concert Hall Organisation auserwählt.

Foto: MolinaVisuals

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