Kultursekretariat NRW Gütersloh

Glorvigen Trio

Das Trio um den norwegischen Bandoneonisten Per Arne Glorvigen verwebt in seinem Programm „El Arte de la Fuga y del Tango“ ausgewählte Kontrapunkte aus Bachs Meisterwerk und Tangos verschiedener Epochen zu einer unerwarteten Einheit. Die argentinischen Tango-Musiker, vor allem die Bandoneonisten, haben sich durch alle Epochen intensiv mit der Musik J. S. Bachs beschäftigt. Und der Tango bedient sich eines harmonischen Vokabulars, das genau so bei Bach und seinen Zeitgenossen anzutreffen ist. Per Arne Glorvigen: „In Buenos Aires spielen alle Bandoneonisten Bach. Nicht im Konzert vielleicht, aber es gehört zur Ausbildung. Bis drei Uhr morgens spielt man im Tangoclub und nach dem Aufstehen setzt man sich hin, mit Mate und Bach.“

Die Kunst der Fuge und des Tango
Johann Sebastian Bach schrieb mit der „Kunst der Fuge“ eine der rätselhaftesten Kompositionen, die Musikern zur Interpretation und Gestaltung zur Verfügung stehen. Die Suche nach Gemeinsamkeiten mit dem Tango erscheint auf den ersten Blick absurd, doch gibt es mehr Berührungspunkte als zu vermuten sind. Das Bandoneon, ursprünglich als Ersatz für die Kirchenorgel gebaut, gibt der Adaption einiger drei- und vierstimmiger Kontrapunkte eine geeignete klangliche Basis. Das Atmen, zu dem das Bandoneon – bedingt durch seine Art der Tonerzeugung und der äußerst unlogischen Verteilung der Noten in rechter und linker Hand – gezwungen ist, ermöglicht wiederum eine Phrasierung, die der eines Streichinstruments ebenbürtig ist. So bietet die Besetzung des Trios mit (Barock-)Violine und Kontrabass außergewöhnliche Klangfarben, die es manchmal wie ein Ensemble von Gamben und manchmal wie eine Orgel klingen lassen. Die Nähe zum Tango ist nicht nur durch die Instrumente bedingt. Gemeinsamkeiten zwischen der Musik aus Bachs Zeit und den Tangos, sowohl älterer Kompositionen aus den Anfängen des Tango in Argentinien bis hin zur Musik von Astor Piazzolla und Komponisten der Gegenwart, gibt es viele: Die Tango-Musiker, vor allem die Bandoneonisten, haben sich durch alle Epochen des Tango intensiv mit der Musik J. S. Bachs beschäftigt. Und: Der Tango bedient sich eines harmonischen Vokabulars, das genau so bei Bach und seinen Zeitgenossen anzutreffen ist. Im aktuellen Programm geht das Per Arne Glorvigen Trio mit den Zuhörern auf eine spannende Reise, die die ausgewählten Kontrapunkte der „Kunst der Fuge“ mit Tangos verschiedener Epochen zu einer unerwarteten Einheit verwebt.

Das Glorvigen Trio
Das Glorvigen Trio, das sind die Geigerin Daniela Braun, der Namensgeber Per Arne Glorvigen am Bandoneon und der Kontrabassist Arnulf Ballhorn. 2006 kam der norwegische Bandoneonist Per Arne Glorvigen als Gast an die Komische Oper Berlin, um Astor Piazzollas Oper „Maria de Buenos Aires“ zu leiten. Er wollte seine eigenen Tangomusiker mitbringen, doch man sagte ihm, einen tangospielenden Bassisten habe man bereits im Orchester. Die Begegnung war ein Glücksfall, Per Arne und Arnulf wurden musikalische Partner und Freunde. Sie gründeten das Per Arne Glorvigen Trio, damals noch mit dem norwegischen Geiger Sveinung Lillebjerka, der jedoch schon bald nicht mehr dabei sein konnte. Da erinnerte sich Per Arne an eine Tango-CD, die ihm kurz zuvor in die Hände gefallen war – mit einer interessanten Geigerin. Arnulf überlegte gleichzeitig, wie er ihm seine neue Orchesterkollegin vorstellen könnte. Und so fragten sie einander wie aus einem Mund: „Kennst Du Daniela Braun?“ Die neue Trio-Geigerin war gefunden. Sofort lagen die drei Musiker auf einer Wellenlänge, erinnern sie sich an ihr erstes Treffen 2012. Ihre erste gemeinsame CD „El Arte de la Fuga y del Tango“ verbindet, was jeder von ihnen in den letzten Jahren musikalisch für sich entwickelt hat, zu einem Programm sprühender und leidenschaftlicher Reibung.

Besetzung
Per Arne Glorvigen (Bandoneon)
Daniela Braun (Violine)
Arnulf Ballhorn (Kontrabass)

Beteiligte Städte