The Sephardics

Hervorgegangen aus dem Ensemble Draj richten auch The Sephardics ihren Fokus auf den zeitgenössischen Umgang mit jüdischen Musiktraditionen. Allerdings rückt hier die Klangwelt der Juden in und aus Spanien in den Mittelpunkt. Die Stücke haben ihren Ursprung teilweise im 16. Jahrhundert. The Sephardics versetzen sie mit Jazz- und Rock-Elementen und interpretieren sie mit viel Liebe zur Improvisation neu. Dafür wurden sie beim creole NRW Wettbewerb 2017 mit einem Preis gekürt.

Die Sepharden sind Juden in der ganzen Welt, deren Vorfahren bis zu ihrer Vertreibung 1492 auf der Iberischen Halbinsel friedlich mit Christen und Mauren zusammenlebten. Die traditionellen Lieder singen sie in der romanischen Sprache Ladino.

Die Idee, judeospanische Musik in ein neues Licht zu setzen, kam 2006 bei der Begegnung mit spanischen Kollegen in Finnland. Seitdem haben sich Sängerin Manuela Weichenrieder und Cellist Ludger Schmidt der zeitgemäßen Neugestaltung sephardischer Musik verschrieben. Ähnlich jiddischen Liedern birgt auch sephardisches Liedgut hochemotionale Inhalte.

Eine Herausforderung, die Manuela Weichenrieder und Ludger Schmidt zusammen mit dem Geiger und Saxofonisten Martin Verborg annehmen. Dazu kommt der in Jazzkreisen gefragte Drummer Patrick Hengst. Der jazzig-rockige Kontext, insbesondere der Einsatz von E-Cello und E-Geige, geben den Stücken einen besonderen Drive. Erkennbar ist bei The Sephardics auch eine Verbindung zur französischen Zheul-Musik, die in den 1970er Jahren von Musikern des Progressive Rock unter Verwendung von Elementen aus Free Jazz und Folk etabliert wurde.

 

»Und ganz in der weltmusikalischen Tradition des verschwundenen Traumzeit-Festivals war das Kirchen-Konzert mit den Sephardics, die um den Cellisten Ludger Schmidt die alten jüdischen Lieder Spaniens in modernem Gewand wiederzubeleben wussten. Viel Beifall für ein großartiges Ensemble.« WAZ 03.09.2017 zum Platzhirschfestival, Duisburg


Besetzung:
Manuela Weichenrieder – Gesang, Piano
Martin Verborg – Geige, Saxofon
Ludger Schmidt – E-Cello, akustisches Cello
Patrick Hengst – Schlagzeug